3D Animation

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Die Zeit läuft aus dem Ruder

LordC_Gallery_weitSeit jüngster Zeit habe ich schwere Probleme mit dem VSE beim finalen Rausrendern meines Films. Der 3D-Animationsfilm ist jetzt 44:35 Min lang und besteht aus ca. 230 Einstellungen, die sämtlich mittels Blender-Intern in AVI-RAW gerendert wurden – allerdings teilweise mit v2.62 und zum Teil mit 2.68. Und diese Mischung macht wohl Probleme.

Zum einen ließ sicht plötzlich das Schnittfile nicht mehr in 2.62 laden. PANIK! .. ok, ich bin dann auf 2.68 umgestiegen und dann gings wieder. Aber …

Nachdem ich dann die Eröffnungsszene (ursprünglich mit 2.62 gerendert) nach einer Änderung erneut mit 2.68 renderte, war anschließend der Wurm drin. Im Testlauf im VSE war zwar alles in Ordnung, aber im fertigen Film (MPEG) lief der Ton korrekt aber das Bild mit ca. doppelter Geschwindigkeit. Ich tippte auf ein Timecode-Problem (welches Blender ja schonmal hatte).

Und tatsächlich, als ich die Szene mit VCDGear lud, zeigte das Teil jede Menge fehlerhafter Sync-Blöcke an. Blender, bzw. das FFmpeg hat da offensichtlich ein Problem. Alles herumspielen mit TimeCode/Proxy/etc. brachte nichts. Einzige Lösung: Mit VCDGear laden, reparieren lassen und wieder abspeichern. Dann liefs …

Von wegen … Jetzt rendert Blender 2.68 zwar Bild&Ton synchron raus, bleibt aber irgendwann nach 20 – 30 Minuten stehen -> Keine Rückmeldung. Stets an einer anderen Stelle. Mist! Blender sollte doch mit den selbst erzeugten Files klar kommen.

Wenns ganz blöd läuft, muss ich alle 230 Einstellungen nochmal mit v2.68 rendern … oh Heiliger Zarquon …

NACHTRAG: Durch einen Tipp bei Blendpolis.de konnte das Problem behoben werden. Ich schneide den Film jetzt mit der Blender-Version 2.66a – die hat die genannten Defekte offenbar nicht und arbeitet einwandfrei.

Ich hätte auf mich hören sollen. Wie ich bereits in einem Beitrag schrieb, scheue ich eigentlich jeden Blender-Versionswechsel während der Produktion. Das bringt meist zusätzlichen Ärger. Also zurück von 2.68 zu 2.66a!

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Synchron-Schnittchen

Das Anlegen des Tons der einzelnen Szenen kann recht fisselig werden. Da muss ein Soundtake oft aufs einzele Bild genau plaziert werden. Nach einigen Versuchen habe ich mir Blender so konfiguriert, dass es mir die Arbeit erleichtert.Screen001Ein Wunsch bleibt dabei aber noch offen. Im unteren Teil habe ich die Bild- und Tonspuren und im mittleren Bereich den Courve-Editor zum Animieren der Bild- und Ton-Effekte (rosa Linie). Zwar sind in beiden Fenstern die grünen Cursor-Anzeigen stets synchron (zeigen also auf das gleiche Frame), aber die Fenster scrollen nicht synchron. Wenn ich in unteren Editor den sichtbaren Bereich nach rechts oder links scrolle, verschiebt sich der Inhalt des mittleren Fensters nicht mit. Und das bedeutet -> Ich dreh am Rad. Also am Mousewheel. Und  zoome, verschiebe, zoome, schiebe, zoome, usw. .. bis beide Fenster wieder die gleiche Filmstelle zeigen. Es wäre schön, wenns da eine Automatik gäbe … Man kann wohl nicht alles haben. 🙂


Raschel, Tock, Ploing

Zurzeit schreibe ich etwas weniger hier im Blog, was daher kommt, dass ich voll mit der Produktion beschäftigt bin. In den letzten Tagen und Wochen wurden einige Szenen verbessert und vor allem der Soundtrack vervollständigt.

Das obige Bild zeigt z.B. einen Ausschnitt aus den Tonspuren der ersten 10 Minuten. Nach den Bildspuren (unten, blau) folgen mehrere Musik- und Dialogspuren und darüber so um die 25 Effektspuren.

Es ist manchmal erstaunlich wieviele Soundtakes nötig sind um einen kleinen Filmmoment so recht lebendig werden zu lassen. Überschlagsmäßig rechne ich mit so etwa 100 Soundtakes pro Minute. Das ergäbe dann so an die 3000 für den ganzen Film. Das kann hinkommen.

Wer sich jetzt fragt, warum das so viele sind, dem gebe ich zu bedenken, dass ein Trickfilm nun mal keinen O-Ton hat und alles, aber auch alles an Geräuschen aus der Soundbibliothek hinzugefügt werden muss. Dabei verlasse ich mich auf mein in Jahren aufgebautes, recht brauchbares und recht umfangreiches Soundarchiv. Es enthält vor allem native Geräusche – soll heißen isolierte Einzelgeräusche. Also nicht „Autounfall“, sondern „ReifenQuitschen6“, „Glasbruch18“, „Metallschlag14“ plus „Schaben21“. Dadurch lassen sich Klangkompositionen genau aufs Bildgeschehen hin zusammenstellen. Und Spass macht es auch noch, wenn man sich seine Klänge so individuell selbst strickten kann 🙂

Aber es macht natürlich Arbeit. Gestern abend hatte ich das Scheppern des Teeservice auf dem Tablett in der Hand der erschrockenen Haushälterin. Mit all dem Porzellan-, Glas-, Metalllöffel-, Flüssigkeitsgluckser- und Holz-Geräuschen (inklusive der Comic-„Wusch’s“) waren es 12 quasi-parallel angelegte Takes für mal gerade eine halbe Sekunde.

Dumm ist nur, dass Blender zwar grundsätzlich damit zurechtkommt, sich aber gelegentlich, beim zu schnell hintereinander gestarteten Testhören, an den vielen kleinen Takes verschluckt und abstürzt. Dann bleibt dir nichts anderes übrig als Neustart & Alles-Nochmal-Bitte. PLOOIIINNNNG …

PS: Aus dem Nähkästchen geplaudert: Wenn man manchmal so nachts um 3 langsam müde wird, kommen einem die blödesten Einfälle. Als das Gespenst sein unheimliches Leuchten verliert und erst nach etwas Klopfen aufs eigene Skelett wieder in Neongrün erstahlt (siehe Trailer), legt man fürs „Licht-wieder-an“-Geräusch auch gerne mal den Windows-Boot-Sound an 🙂 .. und entfernt es nach dem Abkichern ganz schnell wieder.


Ihr Stichwort bitte!

„And here is …“ (Bild für Blog aufgehellt)

Hier mal wieder ein kleiner Zwischenbericht.

Nun, zurzeit arbeite daran, die noch ausstehenden lippen-synchronen Animationen der Dialoge zu ergänzen. Das ist schon ein recht großer Aufwand. Und ganz schön fummelig dazu. Da werden zuerst mit einem Soundeditor die Textpassagen separiert und dann die Phoneme ausgemessen. Die so bestimmten Millisekunden werden in eine vorbereitete Tabellenkalkulation eingetragen, die die Mundstellungen ermittelt und die passende Frame-Nummer ausrechnet.

Das ist wahrlich eine „Kunst“ für sich und braucht erstaunlich viel Zeit. Dies rührt daher, dass man zwar schnell die entsprechende Abfolge aus den fünf Grundstellungen der Lippen ermitteln kann, dann aber noch viel Feinarbeiten nötig ist, damit es halbwegs natürlich aussieht. Denn, es ist nunmal eine wichtige Erfahrung, dass die physikalisch-mathematisch-linguistisch korrekte Form nicht unbedingt immer auch die Trickfilm-gerechte ist. Da müssen Sehgewohnheiten mit beachtet werden. So sind z.B. manche Vokale in der Animation länger darzustellen, als sich aus der Tonspur ergibt. Der Zuschauer ist das so gewohnt.

Also, wer einmal die Reißfestigkeit seine Nerven austesten will, der sollte vielleicht mal einen der typischen schwierigen Übungssätze animieren, den jeder Schauspieler fürchtet. Sowas wie  „Barbara saß nah am Abhang“ … UPPPS! Zu viele unterschiedliche A“s. Hiiiiiilfe  …

Tja, ich keyframe und lerne …


Titelmusik von Jan-Soeren Haas

Jepppp! We proudly announce:

Die Titelmusik zu „The Canterville Ghost“ stammt aus der Feder des deutschen Komponisten, Autoren und Medien-Ingenieurs Jan-Soeren Haas (jsh-audio.de).

Jan-Soeren Haas
arbeitete an zahlreichen Theater- und Musikproduktionen mit.  Im Bereich Sound Design war er unter anderem für das Staatstheater Mainz, die Schwetzinger Festspiele sowie für den Hörfunk tätig. Seine Musik ist Bestandteil der „Proudmusic“ Musik-Library und er schrieb auch einen Teil der Musik zum preisgekrönten Hörspiel „Schwarzes Gold“ nach Jules Verne (Hörspiel-Award.de).

Hier der Trailer zum Hörspiel “ Schwarzes Gold“ nach Jules Verne[vimeo http://vimeo.com/6071901 w=590&h=332]

Dazu noch ein Interview mit Jan-Soeren Haas.


Das Einjährige

Mit dem heutigen Tag besteht dieser Blog genau ein Jahr. Ein Jahr in dem ich vor allem über den Fortgang meiner Film-Projekte berichteten wollte. Nun ja, wenn etwas zu bereichten war. Denn was ich auch lernen musste, war, dass sich ein solches Vorhaben, wie „The Canterville Ghost“, doch ziemlich ausweiten kann.So sollte der Film eigentlich im Frühjahr 2012 erscheinen (verlängert vom einst geplanten Termin Winter 2011), aber ich sitze immer noch daran.

Zeit für einen Status:

Der Film ist 36 Minuten lang und in der Rohfassung geschnitten und vertont. Inklusive mehrerer hundert Schnitte, aller Sprechertakes und etwa 80% aller Soundeffekte.

Aber (!) zwei große Szenen, je etwa 3 Minuten lang (der Ausritt und The Forgiveness) sind noch noch nicht fertig. Dafür sind im Film z.Z. nur Standbilder eingeschnitten. Doch genau diese Szenen sind extrem aufwendig. Die erste wegen eines großen Sets mit einem Park samt Wiesen, Wäldern, Wasserfällen, Bächen, Brücken und romantisch herniederrieselnden Blütenblättern – und die zweite wegen extrem vieler Effekte, die eine komplette Geisterwelt eingebettet in eine reale Welt zeigen sollen. Dazu kommt, dass die eine Szene sehr romantisch und die andere recht tragisch wirken muß. Wenn man das nicht subtil macht, wird’s kitschig oder dämlich – meinst sogar beides.

Und jedesmal, wenn ich die so großartigen Sachen von anderen CG-Filmern sehe, denke ich, dass meine Arbeit da längst nicht mithalten kann. Dann fange ich regelmäßig an, Sachen nochmal zu überarbeiten. Und wieder. Und nochmal …

Je öfter man sich Szenen ansieht, je mehr Verbesserungsfähiges fällt einem auf.

Ich gebe auch gerne zu, dass ich zwischendurch mal größere Pausen in der Filmerstellung einlege. So gibt es dann den einen oder anderen Monat, wo man etwas die Lust verliert. Doch irgendwann pakt es einen wieder und man wird von neuen Ideen und Tatendrang erfaßt.

Also, was solls! Als One-Man-Studio können mir alte Deadlines sonstwo vorbei gehen. Es wird weiter gemacht und dann auch irgendwann fertig werden! Es dauert halt noch etwas …


Das „PLOPP“ in F-Dur

Foley-Artist bei Ludwig XIV

Foley-Artist bei Ludwig XIV

Witzig ist es ja schon den Tonschnitt zu machen. Das Knarren der Tür, der Einsatz der Gruselmusik, das Heulen des Sturms, das Pling der gehobenen Augenbraue … äh … na ja, vielleicht habe ich doch zu viele Tom&Jerry’s gesehen.

Nein, das soll ein ernster Film werden. Jawohl! Eine Verfilmung gehobener Weltliteratur. So, und jetzt nimmt das Gespenst dramatisch den eigene Kopf ab … und .. äh .. wo habe ich nochmal „Sektkorken3.wav“?

Also neeee. Reiß dich zusammen! So sehr man auch am heimischen PC über all die Soundzimmerei prustet, das muss alles wieder raus  … oder? Aber es klingt halt so schön..  äh .. blöd …

Und so hört sich das dann an: CGhost Soundtest Szene 11 🙂


Ich schau dir auf die Lippen, Kleines

Aktuell arbeite ich am Synchronschnitt – also die Sprachaufnahmen lippen-synchron auf die Animation zu legen. Das macht Arbeit, aber auch Spaß. Die Charaktere werden richtig lebendig, wenn endlich nicht nur zu sehen, sondern auch zu hören ist, warum sie zum Beispiel plötzlich die Augenbraue vielsagend heben.

Allerdings gibts kleine Probleme mit der Schnitt-Applikation von Blender. Was im Bearbeitungsmodus noch alles perfekt aussieht, weil man buchstäblich hunderte von Sound-Schnippseln genauestens hin- und hergerückt hat, wirkt dann nach der Ausgabe des Ganzen in eine Filmdatei plötzlich unsynchron. Ich muß jedesmal vor einer Dateiausgabe alle Tonspuren (und es sind inzwischen einige) um 12 Filmbilder nach vorne verschieben, damit es im fertigen Film synchron wirkt. Und anschließend wieder alles auf die Ursprungsposition, damit es im Editor korrekt ist. Merkwürdig. Aber ist wieder nur eine der Erfahrungen, die man so macht .. es wird sich schon alles auflösen … hoffe ich jedenfalls.


How to make an animated movie

Der ganze Trick beim Trickfilm-Machen:

Werbekampagne von (c) Canal+, Realisierung BETC EURO RSCG, Paris. Zum Vergrößern anklicken.


Und … CUT!

Grafik von Jojo (blog.beetlebum.de)

Grafik von Jojo (blog.beetlebum.de)

Na, gut sieht er aus, der Sequenzer vom  neuen Blender, Version 2.5. Da kann das Filme-Schneiden doch mal richtig los gehen. Szenen und Sounds lassen sich bequem per Drag&Drop (endlich!) auf die Schnittspuren ziehen, verschieben, umstellen, zurechtrücken ..  etc. Und es gibt über 500 Arbeitstracks für Bild und Ton – Whow!

Fix sind Übergänge definiert und alles lässt sich so wunderbar verändern, testen und wieder nachbessern. Da würde der Schnitt richtig Spaß machen.

Würde!

.. tja .. wenn die neuen Version 2.5 das Filmbild anzeigen WÜRDE! Aber leider bleibt das Vorschaubild beharrlich leer. Nichts zu sehen. Und im Blindschnitt bin ich, ich muss es leider zugeben, recht unbeholfen. Und in Folge dessen – kannst Du das vergessen!

Wie der Trailer dennoch fertig wurde? Na ja, ich musste auf die Version 2.4 zurückgreifen. Die ist zwar umständlicher zu bedienen, aber sie funktioniert wenigstens.


Trailer online

Fertig oder nicht, jetzt wird der erste Trailer mal eingestellt. Viel Spass!